Geden­ken der poli­tisch ver­folg­ten Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus

Kon­takt

  • AWO Kreis­ver­band Bie­le­feld

  • Mer­ca­tor­str. 10
    33602 Bie­le­feld

  • Tel. 0521 – 520 89 0

  • info@awo-bielefeld.de

Aktu­el­les

Geden­ken der poli­tisch ver­folg­ten Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus

Auch in die­sem Jahr haben der AWO Kreis­ver­band Bie­le­feld, der Deut­sche Gewerk­schafts­bund, die Stadt Bie­le­feld und die Sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Par­tei Deutsch­lands sowie erst­ma­lig auch die Par­tei Die Lin­ke auf dem Senne­fried­hof der vom Nazi­re­gime ermor­de­ten Bie­le­fel­der Arbei­ter gedacht.


Im Juli 1944 wur­den drei­zehn Bie­le­fel­der Arbei­ter wegen angeb­li­chen orga­ni­sier­ten Hoch­ver­rats zum Tode ver­ur­teilt und drei Mona­te spä­ter, am 15. und am 22. Sep­tem­ber 1944 in Dort­mund hin­ge­rich­tet. Die­sen Män­nern – ganz nor­ma­le Arbei­ter: Dre­her, Schmel­zer, Zuschnei­der, Lage­ris­ten aus Bie­le­fel­der Betrie­ben – war­fen die Rich­ter des Nazi­re­gimes Wehr­kraft­zer­set­zung, Feind­be­güns­ti­gung, und „schwers­te Rund­funk­ver­bre­chen“ vor, weil sie angeb­lich soge­nann­te Feind­sen­der abge­hört hat­ten.

Sie hör­ten den bri­ti­schen oder sowje­ti­schen Rund­funk ab, wor­auf allein schon die Todes­stra­fe stand. Damit woll­ten sich die Män­ner über den tat­säch­li­chen Kriegs­ver­lauf und die Lage im eige­nen Land infor­mie­ren, um die­se Infor­ma­tio­nen wei­ter­zu­ge­ben. In ein­zel­nen Bie­le­fel­der Betrie­ben, wie bei Dür­kopp und Ben­te­ler, orga­ni­sier­ten sie heim­li­che Tref­fen und Gesprächs­krei­se, um die Nazi­pro­pa­gan­da zu ent­lar­ven und den Wider­stand zu orga­ni­sie­ren, bis die Gesta­po 1943/44 mit ein­ge­schleus­ten Spit­zeln die­se Akti­vi­tä­ten auf­deck­te und eini­ge der Haupt­be­tei­lig­ten ver­haf­te­te.

Jeder die­ser Män­ner – Sozi­al­de­mo­kra­ten, Kom­mu­nis­ten, Gewerk­schaf­ter – war ein akti­ver und über­zeug­ter Geg­ner des natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ter­ror­re­gimes. Die­se Män­ner sind auch dann noch für ihre Über­zeu­gung ein­ge­tre­ten und haben sich gegen das Unrecht gewehrt, als dies mit äußers­ter Lebens­ge­fahr ver­bun­den war und die meis­ten ihrer Kol­le­gen und Genos­sen schon resi­gniert und auf­ge­ge­ben hat­ten.

Die­se Män­ner haben trotz mas­si­ver Unter­drü­ckung und Ein­schüch­te­rung und trotz der Bedro­hung mit der Todes­stra­fe ihre anti­fa­schis­ti­sche Grund­hal­tung und Über­zeu­gung nicht ver­ra­ten.
Ihr Bei­spiel ist uns ein­dring­li­che Mah­nung und andau­ern­de Ver­pflich­tung zugleich.